Bebauung der Hummelsbüttler Feldmark

Bei der Hummelsbüttler Feldmark handelt es sich um ein Landschaftsschutzgebiet. Also eine vielzitierte “grüne Wiese”, die nun hier mit Wohnbebauung gepflastert werden soll. Früher gab es in diesem Land so etwas wie Planungssicherheit. Da konnte man sich auf bestehende Bebauungspläne verlassen. Wenn da ein Gebiet als “grüne Wiese” eingetragen war, wurde dort nicht gebaut. Das ist nun anders. Seitdem die SPD und die Radweg-Partei (vormals GRÜNE) regieren, wird diese Planungssicherheit mit Füßen getreten.

Dem Landwirt, der den Acker von der Stadt gepachtet hat, wird gekündigt – ganz einfach. Die Geflüchteten müssen dafür herhalten, dass hintenrum Wohnbebauung auf solchen Flächen stattfinden kann. Das ist nicht fair den Geflüchteten gegenüber und den AnwohnerInnen wird es auch nicht gerecht. Flüchtlingsunterkünfte dürfen kein Vorwand sein, um Grünflächen und sogar Landschaftsschutzflächen in Wohnraum umzuwandeln!

Bei der Hummelsbüttler Feldmark hatte 2012 die Umweltbehörde eine Klimaanalyse in Auftrag gegeben. Hier kam heraus, daß die Feldmark als eine der sieben Frischluftachsen unbedingt von jeglicher Bebauung freizuhalten sind. Dies wurde im Klimaplan für Hamburg festgehalten, aber diesem Entschluss wird nun zuwider gehandelt.

Undurchsichtige Grundstücksgeschäfte auf Kosten der Stadt

Anfangs hatte es geheißen, die Flächen für diese “Großunterkünfte” würden städtischen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften anhand gegeben. Nun erhält die Hummelsbüttler Feldmarkt aber Herr Otto. Zu welchem Preis wohl? Kauft er das Grundstück als Acker? Und warum verpachtet es die Stadt nicht, um den Finger auf dem Grundstück zu behalten? Und warum werden nicht einige der über 800.000 m² leerstehende Bürofläche in Hamburg als Unterkünfte hergerichtet? So ist die Stadt seit einiger Zeit beispielsweise im Besitz des Springer-Hochhauses.

Tatsache ist ja, wir brauchen Wohnraum. Egal für wen, der Wohnraum wird von Einwohnern und Geflüchteten gleichermaßen gebraucht. Am besten mischt man die Wohnraumsuchenden, dann kann man die Probleme mit der Integration vielleicht besser in den Griff bekommen. Wie soll nun Wohnraum beschafft werden? Wo soll er herkommen? Herr Scholz gibt sich gesprächsbereit, hört aber nicht zu, wenn Vorschläge kommen! Warum gibt es nicht längst einen “Landesbetrieb Wohnen”? Eine Gesellschaft, deren Hauptaufgabe darin bestünde, Alternativen zu den zukünftigen Ghettos zu entwickeln.

Ghettos deswegen, weil in den Großunterkünften eben keine Durchmischung stattfindet. Hier werden Geflüchtete oftmals monate-, oder sogar jahrelang um eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis kämpfen. Weil der Staat sie zu zögerlich integriert und ihnen keine Chance gibt. Weil der Staat ihnen keine Sprachkurse vermittelt. Und weil sie eigentlich zur Gesellschaft beitragen, sich integrieren und sich weiterbilden wollen, wird sich in den Großunterkünften eine Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit ausbreiten, was die Chance auf eine Ghettobildung erhöht.

Durchmischte Unterbringung muss unabdingbares Ziel sein

Es gab bereits gute Vorschläge, die sich schnell verwirklichen lassen. Zum Beispiel wäre es sinnvoll, Anreize für Eigenheimbewohner zu schaffen, Einliegerwohnungen in ihre großen und noch allein bewohnten Einzel- und Doppelhäuser zu bauen. Es gibt soviele Quadratmeter fertig gebaute Wohnfläche in dieser Stadt! Gerade die Eigenheimbesitzer wohnen häufig allein in ihren Häusern und fühlen sich ja nicht mal wohl dabei. Oma Meier wäre sicher froh, wenn sie nebenan klingeln könnte, wenn was ist.

Genau das gleiche Problem gibt es bei den großen Mietwohnungen. Die Kinder sind ausgezogen, aber statt eine kleinere Wohnung zu mieten, bleiben die Eltern in der großen Wohnung – weil die Miete für eine 2-Zimmer-Wohnung genauso teuer ist. Ein weiteres Beispiel: Es werden nur noch Wohnungen ab 40 qm Größe öffentlich gefördert. Der Grund dafür ist die notwendige Barrierefreiheit. Manchmal möchten ältere Leute aber lieber eine kleinere Wohnung bewohnen. Die Wege sind kürzer, die Miete ist günstiger…Die Mischung machts. Da könnte auch nachgebessert werden.

Ein “Landesbetrieb Wohnen” würde sicherlich noch mehr Ideen entwickeln, um Menschen in Wohnraum zu bringen. Da ist keine Bebauung auf der grünen Wiese notwendig!


Kommentare

Ein Kommentar zu Bebauung der Hummelsbüttler Feldmark

  1. Götz v. Grone meinte am

    Gut, dass es die Piraten gibt! Und mit Einschätzungen und Vorschlägen, die sie anders als DIE LINKE als echte Opposition zur einfallslosen und damit ‘dummen’ Senatspolitik in der Flüchtlingsfrage ausweist!
    Mehr davon!
    Grüße, Götz/Initiative ‘Flüchtlinge in Eppendorf’

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