Mindestlohn für sogenannte “Tagelöhner” auf dem Dulsberg

Laut einem Bericht der “Junge Welt” werden auch auf dem Dulsberg sogenannte “besonders arbeitsmarktferne Arbeitslose” z.B. für die Pflege der Grünanlagen eingesetzt. Die Arbeit wird laut dem Artikel von einem Hamburger Beschäftigungsträger in Abstimmung mit dem Jobcenter vergeben.

Grundsätzlich begrüßen die Piraten es, wenn die Stadt etwas unternimmt, um Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Wenn allerdings als “Lohn” lediglich ein Euro die Stunde gezahlt wird, dann kann das nur als Ausbeutung der Schwächsten bezeichnet werden.

Es wird seit Jahren behauptet, dass solche Maßnahmen die Erwerbslosen dabei unterstützen, persönliche Kenntnisse zu erweitern. Diese sollen dann die Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt erhöhen. Ein belastbarer Nachweis für solche angenommenen Beschäftigungseffekte, besonders im Bezug auf die Nachhaltigkeit, bleibt allerdings regelmäßig aus.” kritisiert Markus Pöstinger, Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.

Reguläre Gartenbaubetriebe, die ihren Mitarbeitern einen auskömmlichen Lohn zahlen wollen, können in diesem Wettbewerb nicht mithalten. In der Folge müssen sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen, die dann unter Umständen durch die Jobcenter mit subtilem Zwang (Eingliederungsvereinbarungen) den Beschäftigungsträgern als Billigstarbeitskräfte wieder zugeführt werden. Der Staat spart, die Gesellschaft verliert.

Wer sich eine Gesellschaft, in der nicht nur der Gartenbau, sondern weite Teile des Gemeinwesens und der Wirtschaft in die wirtschaftliche Abwärtsspirale getrieben werden, nicht vorstellen kann, möge seinen nächsten Urlaub in Griechenland verbringen, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen – oder er möge sich selbst einmal in eine prekäre Lebenslage hineindenken und diese Erwartungshaltung – für einen Hungerlohn zu arbeiten – an andere Menschen überdenken.

Der Kapitalismus wie er zur Zeit gewollt ist, geht davon aus, dass Menschen ausreichend entlohnt werden wollen, wenn sie ordentliche Arbeit erbringen sollen. Eine Angleichung der “Löhne” nach unten, auch z.B. für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den beteiligten Behörden, der Jobcenter und bei den Beschäftigungsträgern, ist vermutlich nicht gewollt und aus Sicht der Piraten natürlich nicht wünschenswert. Wer arbeitet soll auskömmlich entlohnt werden, unabhängig davon, wie viel Last der jeweilige Menschen auf seinen Schultern tragen kann oder muss.

Darum fordern die Piraten, dass den Menschen, die die Dulsberger Grünanlagen pflegen, der Mindestlohn gezahlt wird oder alternativ reguläre Gartenbaufirmen beauftragt werden.


Kommentare

Ein Kommentar zu Mindestlohn für sogenannte “Tagelöhner” auf dem Dulsberg

  1. Thomas meinte am

    Im Grunde sollte jeder Bereich gleich behandelt werden und alle sollten einen Anspruch auf einen Mindestlohn haben. Darüber sollte es eigentlich nichts zu diskutieren geben.

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